Grundlagen

Seit 1987(!) muß jeder Praxis mit Lasern der Klasse 3B oder 4 schriftlich ein Laserschutzbeauftragter bestellt sein. Das kann nach entsprechender Ausbildung auch der Arzt selbst sein. Er muß die Kenntnisse der berufsgenossenschaftlichen Unfallverhütungsvorschrift Laserstrahlung (VBG 93) haben. Diese Kenntnisse müssen durch eine Schulung mit Zertifikat der Anerkennung durch die Berufsgenossenschaften nachgewiesen werden. Die Benennung muß im Laserraum aushängen. Sie wird durch die Ämter für Arbeitssicherheit (früher Gewerbeaufsichtsämter) durch Besuche in den Praxen kontrolliert. Die Laser-Klasse wird vom Hersteller auf dem Gerät und in den Geräteunterlagen angegeben.
Ein Laserschutzbeauftragter hat folgende Aufgaben:
1. Administrativ
a) Beratung des Betreibers bei Beschaffungsfragen im Hinblick auf die VBG 93 und (!) die Med.GV bzw. Med.Prod.G.
b) Sicherstellung der regelmäßigen fristgerechten sicherheitstechnischen Kontrollen. Kontrolle des vorgeschriebenen Gerätebuches nach MedGV/Med.Prod.G. für Laserkoagulatoren und Laser-Chirugiegeräte.
c) Meldungen der Inbetriebnahme bei der BG, dem zuständigen Amt für Arbeitsschutz und ggfs. dem zuständigen Sicherheitsingenieur. Jährliche Sicherheitsbelehrung der am Gerät arbeitenden Personen und Einweisung in die Benutzung.
2. Beratung des Betreibers und Installateurs bei der Neuaufstellung eines Gerätes
b) regelmäßige Kontrolle des Aufstellungsraumes auf kritische Reflektions- und Streuflächen relativ zu den eingesetzten Wellenlängen.
c) regelmäßige Kontrolle des Aufstellungsraumes auf Risiken durch Fenster sowie brennbare Gase, Dämpfe oder unter Laserstrahlung giftige Produkte entwickelnde Materialien.
d) regelmäßige Kontrolle der Warnleuchten und Sicherheitsabschaltungen des Laserraumes.
3. Bei Laser-Operationen in der Praxis
a) Sicherstellung, daß der Anwender sich jeweils vor den Operationen vom ordnungsgemäßen Zustand des Lasergerätes überzeugt.
b) Sicherstellung geräteabhängig und applikatorenabhängig wirksamer Augenschutzmaßnahmen für den Patienten.
c) Sicherstellung geräteabhängig und applikatorenabhängig wirksamer Augenschutzmaßnahmen für den Operateur und das Personal.
d) Kontrolle auf Brandgefahren (z.B. durch Gase) bei den in der Praxis durchgeführten Operationen.

4. Konkrete regelmäßige Kontrollen der Geräte auf:

a) intakte Sicherheitsfunktionen (Notabschaltung etc.)
b) Kollinearität von Zielstrahl und Brennstrahl, Parallaxe des Laserstrahles, regelm. Kontrolle des Brennflecks.
c) giftige Emissionen aus dem Lasergerät selbst (z.B. CO).

Hervorragende Laserschutzkurse organisiert für Sie das Laserzentrum Hannover e.V.
zusammen mit dem Laserforum Köln GmbH


Wichtige Grenzwerte und Definitionen

1. Grenzwerte zugänglicher Strahlung „GSZ“

Dieser Grenzwert teilt die Geräte nach der DIN VDE 0837 in vier Intensitätsklassen ein. Die Intensitäten sind auf den Strahlquerschnitt bezogen. Die zutreffende Deklaration ist Herstellersache.

2. Maximal zulässige Bestrahlung „MZB"

Primär auf das Auge bezogener, wellenlängenabhängiger durch Erfahrungswerte ermittelter und festgelegter Intensitätswert, der ein Maß für die Belastung des Auges bis zum Einsetzen des Lidschlußreflexes liefern soll.

3. Laserbereich und Sicherheitsabstand

Der LASERBEREICH ist das Gebiet um das Lasergerät herum, in dem die MZB überschritten wird oder bei freiem Strahl würde. Der Sicherheitsbereich ist der außenliegende Bereich, in dem die MZB unterschritten wird.

Zuständige Normen

DIN VDE 0837 „Strahlensicherheit von Lasereinrichtungen"
IEC 825 entspricht DIN VDE 0837
DIN 58 215 Laserschutzfilter und-schutzbrillen
DIN 58 219 Laser-Justierbrillen
DIN VDE 0835 Bestimmungen für Leistung- und Energiemeßgeräte für Laserstrahlung

Gesetze und Bestimmungen der Berufsgenossenschaften

VBG 93 Unfallverhütungsvorschrift Laserstrahlung.
MedGV Medizingeräteverordnung bzw. jetzt Medizin-Produkte-Gesetz
Gerätesicherheitsgesetz

HINWEIS:

Klären Sie bei Ihrer Haftpflichtversicherung, ob Ihre zusätzlichen Haftungsrisiken aus der Funktion „Laserschutzbeauftragter" mit z.B. Ihrer ärztlichen Berufshaftpflicht-versicherung abgedeckt sind!!!
Den Text der VBG 93 können Sie bei Ihrer Berufsgenossenschaft (für Praxen also bei der BG Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege, Pappelallee 35/37, 22 089 Hamburg) anfordern.
Die BG bietet außerdem Videofilme zum Thema „Laserstrahlung" an, die kostenfrei zur Ausleihe angefordert werden können (z.B. für die regelmäßig durchzuführenden Mitarbeitereinweisungen):
„Schutz vor Laserstrahlung“
(10 Minuten , VHS-Video) Erzeugung der Laserstrahlung, Eigenschaften, Wirkung und Verlauf im Auge.
„Laser in der Medizin"
(16 Minuten, VHS-Video) Gebrauch von Lasern im Krankenhausbereich, Schutzbrilleneinsatz, Lasereinsatz in der Endoskopie.